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30.12.2011

Franz Müntefering und der demografische Wandel

Gleich zweimal trat das SPD-Urgestein Franz Müntefering auf Einladung von Michael Groschek auf, um über die älter werdende Gesellschaft zu sprechen. Vor mehr als 100 interessierten Gästen nahm er an eine Podiumsdiskussion im Malersaal des Theaters Oberhausen teil. Bereits am Nachmittag war er bei Kaffee und Kuchen in der Dinslakener AWO, in der 70 Leute, darunter Bürgermeister Michael Heidinger und der Landtagsabgeordnete Stefan Zimkeit, Müntefering gespannt zuhörten.
"Wir werden weniger, älter und bunter", beschreibt der ehemalige SPD-Vorsitzende die gesellschaftliche Entwicklung. Die Potenziale der Älteren müssten gehoben werden, denn viele lebten nach dem Eintritt der Rente noch 20 bis 30 Jahre bei guter Gesundheit. "Demokratie kennt keinen Schaukelstuhl", sagte der 71-jährige Bundestagsabgeordnete. "Wer klar im Kopf ist, sollte sich einbringen."
Auf der anderen Seite sollte sich die Politik nicht damit abfinden, dass viele jüngere Paare keine Kinder mehr bekommen. Müntefering forderte sichere Arbeitsverträge mit guter Bezahlung und eine bessere Kinderbetreuung.
"Vor Ort kann viel entschieden werden, man muss nur wissen, wohin man will", appellierte er an die Kommunalpolitik. Dazu gehörten an erster Stelle gute Bildungsangebote. Städte, die dies nicht leisten könnten, werden keinen Nachwuchs haben, da sie für Familien mit Kindern nicht interessant seien.
"Wir müssen in Köpfe und Herzen viel investieren", betonte Franz Müntefering. "Das Miteinander der Generationen ist die einzig vernünftige Antwort auf die Herausforderungen des demografischen Wandels."

Niederrhein Anzeiger: Selbstbestimmt und in Würde altern >

 

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